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POKER TOURNAMENT DIRECTORS ASSOCIATION (TDA)

2011 Regelwerk Version 2.0

vom 22. September 2011

Die Poker TDA ist eine weltweite Vereinigung von Mitarbeitern verschiedener Pokerrooms, die es sich zum Ziel gesetzt haben, ein allgemeines Regelwerk für Pokerturniere zusammenzustellen. Die folgenden TDA Regeln fassen die grundlegenden Standards oder „Hausregeln“ dieser Kasinos zusammen.  In den Fällen in denen diese Regeln nicht den gesetzlichen Regelungen der zuständigen behördlichen Aufsichten vollständig entsprechen, sind jeweils die behördlichen Regeln anzuwenden.

 

Grundsätzliches:

1: Turnierpersonal

Das Turnierpersonal hat bei allen Entscheidungen jederzeit der Turnierintegrität und der Fairness gegenüber die beteiligten Spieler die höchste Priorität einzuräumen. Unter besonderen Umständen ist deshalb das Fairnessprinzip über eine „technische Auslegung des Regelwerkes“ zu stellen. Abschließende Entscheidungen des Turnierpersonals sind endgültig und nicht anfechtbar.

2: Offizielle Sprache am Tisch:

In den Vereinigten Staates von Amerika darf im Verlauf einer Hand nur englisch gesprochen werden. English ist ebenfalls, neben der nationalen Sprache, in internationalen Turnieren als offizielle Turniersprache zugelassen.

3: Offizielle Terminologie während eines Pokerturnieres

Die offizielle englische Terminologie ist einfach, eindeutig und vollständig: bet, raise, call, fold, check, all-in, pot (nur bei Pot-Limit Varianten zulässig). Regional benutzte Ausdrücke können ggf. zulässig sein, wenn sie die o.g. Standards erfüllen. Allerdings ist es das Risiko des Spielers diese Terminologie zu benutzen und kann möglicherweise zu Entscheidungen des Turnierpersonals führen, die der Spieler nicht gewollt hatte. Es liegt einzig in der Verantwortung des jeweiligen Spielers seine Aktionen eindeutig zu machen. Hierzu auch Regel 36 und 44.


 

4: Telekommunikation

Die Spieler dürfen am Tisch keine Mobiltelefone benutzen. Für alle anderen elektronischen Geräte bestimmen die jeweiligen Hausregeln des Kasinos die Zulässigkeit.

Platzvergabe; Auflösung von Tischen und Spielerausgleich an Turniertischen

5: Platzauslosung

Für Turniere und Qualifikationsturniere erfolgt die Platzvergabe nach dem Zufallsprinzip Ein Spieler, der sein Turnier mit dem korrekten Anfangsstack auf einem falschen Platz beginnt, ist umgehend mit seinem aktuellen Chipstand an seinen richtigen Platz umzusetzen.

6: Spieler mit körperlichen Einschränkungen

Spielern mit körperlichen Einschränkungen wird, soweit wie möglich, entgegen gekommen.

7: Auflösung von Turniertischen

Spieler, die von einem aufgelösten Tisch kommen, erhalten sofort die Rechte und Pflichten der Position an ihrem zugewiesenen neuen Tisch. Sie können auch im Big Blind, Small Blind oder am Button beginnen, erhalten allerdings keine Karten, wenn sie im Small Blind beginnen müssen.

8: Tischausgleich (table balance)

A: In Flop- und gemischten Spielformen wird beim Spielerausgleich, der Spieler, der als nächster den Big Blind erhielte, an die jeweils schlechteste Position – dies kann auch die Position als alleiniger Big Blind sein – gesetzt, auch wenn dies bedeutet, dass der Platz den Big Blind zwei Mal hat. Die schlechteste Position ist allerdings niemals der Small Blind. In Stud-Turnieren werden die Spieler nach Sitzplatz versetzt (der letzte offene Platz am Tisch mit weniger Spielern, ist der zu belegende Platz durch einen Spieler mit gleicher Sitzplatznummer). Der Tisch, von dem der hinzukommende Spieler gewählt wird, ist durch eine vorgegebene Reihenfolge bestimmt.

B: In gemischten Spielformen (z.B. HORSE) wird bei Spielartwechsel von Hold’em zu Stud der Button nach der letzten gespielten Hold’em-Hand zur nächsten Position geschoben und dort für die Dauer der Stud-Runde eingefroren. Muss ein Spieler zum Zwecke des Tischausgleichs den Tisch verlassen ist dies der Spieler, der den Big Blind hätte. Für die erste Hand der neuen Hold’em-Runde bleibt der Button an der Position an der er eingefroren wurde.


 

9: Anzahl der Spieler am Finaltisch

In Flopspielformen ist der Finaltisch ab zehn Spielern zu beginnen. Bei 6-max Spielformen startet der Finaltisch mit sieben Spielern. Bei Stud-Turnieren ist mit neuen Spielern zu beginnen und bei 7-max. Spielformen (z.B. 2-7 lowball) beginnt der Finaltisch ab acht verbleibenden Spielern.

Pots und Showdown

10: Deklaration

Die Karten entscheiden. Mündliche Aussagen zum Kartenwert oder dem Wert der gespielten Hand sind nicht verbindlich, allerdings kann ein Spieler bei absichtlich falscher Deklaration bestraft werden.

11: Aufdecken der Karten beim All-in

Alle Karten werden aufgedeckt, sobald ein Spieler All-in ist und es keine weitere Aktion durch andere, in der Hand beteiligte, Spieler mehr geben kann.

12: Reihenfolge beim Aufdecken der Karten

Gibt es einen showdown ohne dass ein Spieler All-in ist, muss der Spieler, der die letzte aktive Aktion in der Setzrunde getätigt hat, seine Karten als erster umdrehen. Wenn es keine aktive Aktion in der letzten Setzrunde gab, muss der Spieler links des Buttons als erster seine Karten zeigen, dann geht es im Uhrzeigersinn weiter zu den folgenden in der Hand aktiven Spielern. Bei Stud-Spielen muss der Spieler mit dem höchsten offenen board zuerst zeigen; bei Razz-Spielen der Spieler mit dem niedrigsten board.

13: Beim Showdown das board spielen

Ein Spieler, der beim Showdown das board spielen will, muss alle eigenen Karten zeigen, um einen Anteil am Pot zu bekommen.

14: Das Recht eine Hand zu sehen

Außer dort, wo die Hausregeln vorgeben das eine Hand gezeigt werden muss oder das ausdrückliche Recht einräumen, das eine Hand auf Anforderung gezeigt werden muss, hat lediglich der Turnierdirektor das Recht einen Spieler aufzufordern seine Hand zu zeigen (z.B. wenn die Vermutung besteht das eine Hand ungültig ist oder der Verdacht auf Zusammenspiel mehrerer Spieler besteht). Dieses Recht darf nicht missbraucht werden. Ein Spieler der seine eigenen Karten beim Showdown nicht aufdeckt und in den Muck wirft, verliert jedes Recht einen anderen Spieler in der Hand zum Aufdecken seiner Karten aufzufordern.

15: Töten der Gewinnerhand

Der Dealer kann keine Gewinnerhand, die offen auf den Tisch gelegt wurde, für tot erklären. Alle Spieler sind aufgefordert bei der Entscheidung, welches die Gewinnerhand ist, zu helfen, falls die Gefahr besteht das ein Fehler gemacht wird.

16: Zuteilung des übriggebliebenen Chip

Ein übriggebliebener Chip bei Teilung geht an die „High“-Hand. In Flop-Spielvarianten bei denen es zwei oder mehr High-Hände gibt oder zwei oder mehr Low-Hände, geht der/die übriggebliebene(n) Chip(s) an den Spieler aus der Hand, der links vom Button sitzt. In Stud-Varianten geht der übriggebliebene Chip an den Spieler mit der höchsten Karte ggf. der höchsten Farbe.  

17: Side Pots

Jede Side Pot wird getrennt vom Hauptpot  gelegt und abgerechnet.


 

18: Angefochtene Pots

Das Recht eine Hand anzufechten erlischt sobald eine neue Hand beginnt. Dazu siehe Regel 19.

Allgemeine Verfahrensweise

19: Nächste Hand und Neue Limitstufe

Wenn in einer Limitstufe die Zeit abgelaufen ist, wird durch die Turnierleitung das neue Limit annonciert, das ab der nächsten Hand gültig ist. Eine neue Hand beginnt mit Start des Mischen per Hand, oder, wenn eine Mischmaschine benutzt wird, mit dem drücken des grünen Lichtes der Maschine durch den Dealer.

20: Chip Race – Verfahren bei der Herausnahme niedrigwertiger Chips

Wenn Spieler bei einem annoncierten „Color up“, des Austausches niedrigwertiger Chips gegen höherwertige Chips, eine Restanzahl der niedrigwertigen Chips übrigbehalten, wird im anschließenden Chip Race wie folgt verfahren: Die Kartenverteilung startet immer an Platz 1. Jeder Spieler kann maximal einen Chip erhalten. Kein Spieler kann durch eine Chip Race aus dem Turnier ausscheiden. Ein Spieler der seine(n) letzten Chip(s) im Chip Race verliert erhält dennoch einen Chip in der kleinsten noch im Spiel verbleibenden Chipwertigkeit. Es wird allen Spielern empfohlen beim Chip Race anwesend zu sein.

21: Chips im Spiel müssen sichtbar und zählbar sein

Um allen Spielern jederzeit die Möglichkeit zu geben die Chips der Mitspieler sehen und abzählen zu können, sollten die Chips in übersichtlichen stacks aufgestellt sein. Die TDA empfiehlt einfarbige stacks zu jeweils 20 Chips oder einem Vielfachen davon aufzustellen. Dabei müssen die Spieler die höherwertigen Chips jederzeit sichtbar und erkennbar (vorn) aufstellen. Dem Turnierdirektor ist es erlaubt die Chips auf Anzahl und Chipwert zu überprüfen und ggf. einen „color up“ durchzuführen. Ein „color up“ außerhalb des üblichen Chip Race muss angekündigt werden.

22: Wechsel des Kartensatz (-deck)

Ein Wechsel des Kartensatzes erfolgt nur auf Anforderung des Dealers, bei Limitstufenwechsel oder entsprechend der Vorgaben des Turnierveranstalters. Ein Spieler selbst darf den Wechsel des Kartensatzes nicht verlangen sondern lediglich den Dealer auf Kartenmarker hinweisen.

23: Re-buys

Ein Spieler im Turnier darf keine Hand aussetzten. Annonciert ein Spieler einen re-buy vor dem Beginn einer neuen Hand sind seine Chips ggf. entsprechend nachzuzahlen und er ist verpflichtet den re-buy in jedem Fall zu tätigen.

24: „Zeit“ beantragen

Nachdem eine annehmbare Zeit für die Entscheidung eines Spieler abgewartet und die Turnierleitung zur „Zeit“-nahme gerufen wurde, hat der Spieler noch eine weitere Minute Zeit für seine Entscheidung. Hierbei werden die letzten 10 Sekunden herunter gezählt und die Hand danach für „tot“ erklärt. Hat der Spieler nicht vor Ablauf des countdowns agiert, ist seine Hand automatisch tot.


 

25: Rabbit Hunting

Das sogenannt rabbit hunting ist während eines Turniers nicht gestattet. Rabbit hunting ist das Aufdecken von Karten durch den Dealer „die gekommen wären“, obwohl eine Hand bereits beendet wurde.

Anwesenheit der Spieler

26: „Am Platz“ Regel

Ein Spieler muss auf seinem zugewiesenen Platz sein bevor die letzte Karte der Anfangshände vollständig durch den Dealer ausgeteilt worden sind, andernfalls ist seine ausgeteilte Hand tot. Ein Spieler muss an seinem zugewiesenen Platz sein, um das Recht zu haben, die Turnierleitung zur „Zeit“-nahme zu rufen. Siehe dazu Regel 24.

27: Laufende Hand

Ein Spieler darf seinen Platz nicht verlassen, solange seine Hand noch aktiv ist.

Button und Blinds

28: Toter Button

Im Turnier ist bei Ausscheiden eines Spielers im Small Blind der Dead Button für die nächste Hand obligatorisch.

29: Den Blind vorsätzlich verpassen.

Verpasst ein Spieler absichtlich den Blind, wenn er von einem aufgelösten Tisch an einen neuen Tisch versetzt wird, ist er durch die Turnierleitung entsprechend zu bestrafen.

30: Buttonregel im Heads-up

Im Heads-up ist der Small Blind gleichzeitig der Button und muss in der ersten Setzrunde als Erster agieren. In allen folgenden Setzrunden muss der Big Blind als Erster agieren. Der Button ist zu Beginn des Heads-up ggf. so zu verändern, dass der Big Blind nicht zweimal in Folge als Big Blind agieren muss.


 

Regeln für das Austeilen der Karten

31: Misdeal

In Stud-Varianten ist es ein Misdeal sobald eine der ersten beiden verdeckten Karten eines der Spieler durch einen Fehler des Dealers sichtbar ist. In Flop-Varianten sind unter anderem die folgenden Situationen Misdeals. A) Eine der ersten beiden Karten, die ausgeteilt werden, ist sichtbar. B) Zwei oder mehr Karten sind sichtbar oder lagen im Kartenstapel verkehrt herum. C) Die erste Karten wird dem falschen Spieler ausgeteilt. D) Karten werden an einen Platz verteilt, der keine Karten erhalten durfte. E) Ein Spieler, der Karten erhalten haben müsste, hat diese nicht bekommen. Am Button können Spieler zwei aufeinanderfolgende Karten ausgeteilt bekommen. Hat bereits „substantial action“ in einer ausgeteilten Hand stattgefunden, kann die Hand nicht mehr als Misdeal deklariert werden, sondern ist fortzusetzen.

32: Substantial Action

Substantial Action ist wie folgt definiert: A) zwei aufeinander folgende Aktionen von Spielern haben stattgefunden, von denen mindestens eine eine bet oder ein call sein muss (also alle zwei Aktionen, die nicht zwei checks oder zwei folds sind), oder B) drei beliebige Aktionen (check, bet, raise, call oder fold).

33: Vier Karten Flop

Wird ein Flop mit vier (statt drei) Karten verteilt, unabhängig davon ob diese bereits umgedreht wurden, hat der Dealer diese vier Karten erneut verdeckt zu mischen. Die Turnierleitung wird dann aus diesen vier Karten eine Karte ziehen, die dann zur (nächsten) burn-Karte wird, während die anderen drei Karten den Flop bilden.

Spiel: Bets und Raises

34: Mündliche Annoncierung einer Aktion / Aktionsreihenfolge

Die Spieler haben in der vorgegebenen Reihenfolge zu agieren. Die mündliche Annoncierung einer Aktion ist für den Spieler, der an der Reihe ist, bindend. Chips, die von dem Spieler, der an der Reihe ist, in den Pot gelegt werden, müssen im Pot verbleiben.

35: Aktion außer der Reihenfolge

Eine Aktion, die ein Spieler außer der Reihenfolge tätigt, bleibt bindend, wenn sich Situation bis zu dem Spieler, der vorzeitig agiert hat, nicht verändert. Ein Check, ein Call oder ein Fold verändern die Situation nicht. Verändert sich die Situation, ist die Aktion, die außer der Reihenfolge deklariert wurde, nicht mehr bindend. Sobald dieser Spieler nun an der Reihe ist, hat er alle Optionen zu einem Call, Raise oder Fold. Ein Fold außer der Reihenfolge ist hingegen immer bindend.

36: Durchführung eines Raises

In No-Limit- oder Pot-Limit-Varianten ist ein Raise in folgenden drei Varianten zulässig: 1) Der gesamte Betrag wird in einem Zug in den Pot befördert. 2) Der Betrag wird zunächst mündlich annonciert und wird dann in den Pot befördert. 3) Es wird zuerst mündlich ein Raise annonciert, dann der Betrag für den Call platziert und in einem dritten Schritt der Betrag für das Raise in einem Zug in den Pot gelegt. Es ist allein die Verantwortung des agierenden Spielers seine Intension eindeutig und klar zu machen.

37: Raises

Ein Raise muss mindestens die Größe der letzten Bet oder des letzten Raises der Setzrunde haben. Erhöht der Spieler, der ein Raise spielt, irrtümlich um mindestens 50% oder mehr der letzten Bet aber um weniger als das Minimumraise, muss er ein volles Minimumraise tätigen. Dieses Raise muss exakt das Minimumraise sein (Ausnahme gem. Regel 39). In No-Limit- und Pot-Limit-Varianten wird durch ein All-In eines Spielers, der mit seinem All-In weniger als das Minimumraise erreicht, die Setzrunde für die Spieler, die bereits agieren konnten, nicht wieder eröffnet. Diese können ggf. nur den Betrag auffüllen.

38: Bets mit einem großen Chip

Immer wenn eine Aktion zum Call einer bet oder der Call des Blinds mit einem einzigen Chip erfolgt, der einen größeren Wert hat, als für die Aktion notwendig ist, ist dies lediglich ein Call, wenn nicht vorher mündlich ein Raise angekündigt wurde. Für ein Raise muss die mündliche Ankündigung erfolgen, bevor der einzelne Chip den Tisch berührt hat. Wenn eine Raise angekündigt wurde ohne einen Betrag zu nennen, ist das Raise das erlaubte Maximum für diesen Chip. Wenn es vor der Aktion keine Bet gibt, ist das Platzieren des Chips ohne mündliche Ankündigung ein Raise in der Höhe des Chipwertes.


 

39: Bets mit mehreren Chips

Ohne mündliche Ankündigung ist das Platzieren von mehreren gleichfarbigen Chips, deren Wert über den zu callenden Betrag hinausgeht, dann ein Call, wenn nach Abzug eines der gesetzten Chips der zu callenden Betrag nicht erreicht würde. Ein Beispiel: Preflop, Blinds sind 200/400; Spieler A Raise auf 1200 (ein Raise um 800); B: legt zwei Chips à 1.000 ohne mündliche Ankündigung in den Pot. Dies ist ein Call, da das Entfernen eines Chips den zu callenden Betrag von 1.200 nicht erreicht hätte. Werden hingegen verschiedenfarbige Chips in den Pot gesetzt, kommt Regel 37 zur Anwendung. 

40: Anzahl der erlaubten Raises

Es gibt keine Begrenzung der Anzahl von Raises in No-Limit- und Pot-Limit-Varianten. In Limit-Varianten gibt es eine Begrenzung der Raises, auch wenn ein Pot im Head-up ausgespielt wird, solange bis das Turnier auf zwei Spieler reduziert worden ist. Hier kommen die Hausregeln zur Anwendung.

41: Akzeptierte Aktion

Poker ist ein Spiel das Aufmerksamkeit und Beobachtung aller Aktion erfordert. Es ist daher die Verantwortung des callenden Spielers den korrekten Betrag einer gegnerischen bet zu bestimmen unabhängig davon was der Dealer oder ein Spieler angeben. Auch wenn ein callender Spieler den Dealer zum Zählen des Betrages auffordert und einen nicht korrekten Betrag genannt bekommt, trägt der callende Spieler dennoch die volle Verantwortung für seine Aktion und muss ggf. den richtigen Betrag erbringen. Wie in allen anderen Turniersituationen auch, kommt Regel 1 auf Entscheidung des Turnierdirektors zur Anwendung.

42: Potgröße und Pot(größe)-Bet

In Pot-Limit Varianten haben die Spieler das Recht die Potgröße zu erfragen. In Limit oder No-Limit Varianten darf der Dealer die Potgröße nicht angeben. Die mündliche Ankündigung „Ich bette Pot“ ist in No-Limit Varianten keine akzeptierte Ankündigung, sind bindet den Spieler allerdings ein Bet zu machen.

43: String bets und Raises

Die Dealer sind dafür zuständig String-bets zurückzuweisen und Raises verbal zu bestätigen.

44: Nicht standardisierte und unklare Bets

Spieler, die nicht standardisierte Ausdrücke oder Geste für ihre Deklarationen benutzen, tun dies auf eigene Gefahr. Diese können anders interpretiert werden als vom Spieler gewollt. Insbesondere immer dann, wenn die Größe einer Bet verschiedene Interpretationen erlaubt, ist die zu wählen, die die kleinere Bet erklärt. Beispiel: „Bet, fünf.“ Wenn unklar ist ob 500 oder 5.000 gemeint ist, wird die Bet als 500 interpretiert. Hierzu auch Regel 3 und 36.

45: Unkorrekte Fold

Alle Folds, die vor Ende der letzten Betting-Runde erfolgen und entweder auf einen Check erfolgen, wenn der Spieler an der Reihe ist, oder generell außer der Reihe erfolgen sind zwar verbindlich, können aber eine Strafe nach sich ziehen, da sie unkorrekt erfolgen.

46: Bedingte mündliche Aussagen

Bedingte mündliche Erklärungen, die sich auf zukünftige Aktionen beziehen, sind unkorrekt und nicht erwünscht. Sie können, ggf. durch die Turnierleitung als bindend entschieden werden und können ebenso eine Strafe nach sich ziehen. Ein Beispiel: „Wenn Du setzt, raise ich.“


 

Sonstiges

47: Transportieren von Turnierchips

Kein Spieler darf Turnierchips so halten oder transportieren, dass sie nicht sichtbar sind. Ein Spieler der dies tut, verliert diese Chips und kann sogar vom Turnier disqualifiziert werden. Die einge­zogenen Chips werden aus dem Turnier genommen.

48: Unabsichtlich eingezogene Hände / Tote Hände

Der Spieler muss seine Hand zu jeder Zeit selbst schützen. Zieht der Dealer eine Hand unabsichtlich ein oder erklärt sie für tot, hat der Spieler weder das Recht die Hand noch die bereits gesetzten Chips zurückzuerhalten. Nur wenn der Spieler eine Bet oder ein Raise getätigt hat, dass noch nicht gecallt wurde, erhält er den nicht gecallten Betrag an Chips zurück.

49:Tote Hand in Stud-Varianten

Die Hand eines Spielers, der seine Up Card (die Karte(n) die offen auf dem Tisch lieg(t)en aufnimmt während er auf eine Aktion reagieren muss, wird ungültig.

Etikette und Strafen

50: Strafen und Disqualifikation

Ein Strafe kann ausgesprochen werden, wenn ein Spieler seine Karten zeigt während die Hand noch nicht abgeschlossen ist, seine Karten vom Tisch wirft, die one-player-to-a-hand Regel verletzt oder sich vergleichbare Vorfälle ereignen. Strafen sind zu verhängen bei Softplay, Betrug, ungehörigem Benehmen und Beschimpfungen. Dem Turnierdirektor stehen dafür unter anderem die folgenden Strafmaßnahmen zur Verfügung: Mündliche Verwarnung, Aussprechen von „missed hand“-Strafen, und Disqualifikation.  Außer bei der „Eine-Hand-Strafe“ werden „missed-hand-Strafen“ wie folgt berechnet: Der Bestrafte verpasst eine Hand für jeden Spieler am Tisch (inklusive ihm selbst) multipliziert mit den Runden, die in der Strafe ausgesprochen wurden. Während der Strafe hat der Bestrafte den Tisch zu verlassen, es wird ihm aber eine Hand ausgeteilt.

Die Turnierleitung kann eine 1-Hand-Strafe, 1-,2-,3-,4-Runden Strafen oder die Disqualifikation aussprechen. Die Chips eines disqualifizieren Spielers werden eingezogen.  Wiederholungen werden durch steigende Strafmaßnahmen eskaliert.  

51: Keine Offenlegung von Informationen

Die Spieler sind verpflichtet die Integrität des Turniers und der anderen Spieler jederzeit zu wahren. Aus diesem Grund dürfen Spieler, ob sie in der aktiven Hand sind oder auch nicht, zu keiner Zeit:

  1. )Informationen über gefoldete oder noch spielende Karten preisgeben,
  2. )Das laufende Spiel beurteilen oder kritisieren,
  3. )Versuchen eine Hand die noch nicht aufgedeckt ist offen zu beurteilen.

Die „One-player-to-a-hand-Regel“ ist einzuhalten.

52: Öffnen der Karten

Ein Spieler der seine Karten zeigt bevor alle Aktionen der laufenden Hand abgeschlossen sind, kann eine Strafe erhalten. Seine aktuelle Hand ist jedoch nicht tot. Die Strafe beginnt erst mit dem Ende der laufenden Hand.

53: Ethischen Benehmen

Poker ist ein Individualspiel. Softplay, das Schonen von bestimmten anderen Spielern, zieht Strafen nach sich, die den Verlust von Chips bis hin zur Disqualifikation sein können. Chip Dumping und anderen Formen von Zusammenarbeit hat immer die Disqualifikation zur Folge.

54: Verstoß gegen die Poker-Etiquette

Wiederholte Verstöße gegen die Poker-Etiquette werden bestraft. Dazu gehören unter anderem das unnötige Berühren von Chips oder Karten anderer Spieler, Spielverzögerung, das wiederholte Agieren außer der Reihenfolge oder überlautes Gerede.